Pflegestärkungsgesetze erfolgreich in der Praxis umsetzen

Das Bundesministerium für Gesundheit hat die Einführung und Umsetzung der neuen Pflegestärkungsgesetze
zwischen März 2016 und Mai 2017 mit einer Veranstaltungsreihe, dem Regionaldialog „Pflege stärken“, begleitet. Diese 30 Veranstaltungen zeigten: Es gibt weiterhin einen großen Bedarf an Information zu den gesetzlichen Änderungen. Darüber hinaus zeigte sich, dass Vernetzung und Zusammenarbeit eine ganz wesentliche Voraussetzung für eine erfolgreiche Umsetzung ist. Und es wurde deutlich: Die Zusammenarbeit wird in etlichen Regionen schon sehr erfolgreich praktiziert, in anderen Gebieten wiederum braucht es hierzu noch Unterstützung. Nicht zuletzt wurde betont, dass einer engen Zusammenarbeit mit dem so genannten „Umfeld der Pflege“ – also bspw. mit Verantwortungsträgern in der Kommune, mit Ärzten, Selbsthilfegruppen, Kirchgemeinden – noch viel Potential innewohnt.

Es braucht also ggf. einen Impuls für noch mehr Zusammenarbeit – und genau hier setzen die „Pflegetische“ an. In Anlehnung an die von der Praxis als sehr hilfreich bezeichneten Regionaldialoge „Pflege stärken“ bietet das Bundesministerium für Gesundheit deshalb nochmals seine Unterstützung an, damit Akteure aus der Pflege die Möglichkeit haben, die Zusammenarbeit mit dem Ziel der bestmöglichen Umsetzung der Pflegestärkungsgesetze zu stärken oder überhaupt erst zu beginnen.

Kurze Berichte zu vergangenen „Pflegetischen“ finden Sie unter den Veranstaltungsberichten.

Die unten aufgeführten Hintergrundinformationen können Sie außerdem hier herunterladen (PDF, 0.5 MB).

Pflegetische dienen der Vernetzung der Personen (und Institutionen) vor Ort, die für Pflege im weitesten Sinne Verantwortung tragen − mit dem Ziel gute Angebote und Lösungen für die Pflegebedürftigen und ihre Angehörigen zu entwickeln. Wichtig ist, dass die Pflegetische keine Parallel- oder Konkurrenzveranstaltungen zu existierenden Gremien und Netzwerken darstellen.

Dazu treffen sich die Beteiligten in regelmäßigen Abständen. Die Zusammensetzung aus den Regionaldialogen „Pflege stärken“ hat sich dabei nach Ansicht der Teilnehmerinnen und Teilnehmer übrigens gut bewährt: Dazu kamen Vertreterinnen und Vertreter von Pflegedienstleitungen, aus der Beratung, von Pflegekassen, aus Kommunen, aber auch pflegende Angehörige und wenn möglich pflegebedürftige Personen selbst zusammen. An den Pflegetischen sollten bei entsprechendem Bedarf auch weitere Personen (s.o.) mit eingebunden werden.

Veranstalter der Pflegetische können z. B. Kommunen und Landkreise, aber auch Pflegekassen, Beratungseinrichtungen oder andere Institutionen oder Personen sein, die den Auftrag der Pflegeversorgung wahrnehmen und/oder in sonstiger Weise eine besondere Funktion für die Pflege vor Ort haben, wie bspw. Vereine.

  • Der persönliche Wille, zukünftig die Pflege vor Ort in enger Zusammenarbeit gestalten zu wollen;
  • eine feste Ansprechperson, die den Pflegetisch ausrichtet und organisiert;
  • Einladung an einen breiten Kreis von Beteiligten und Interessierten;
  • Raum, Tische und Stühle für die Sitzungen;
  • Pinnwände, Flipcharts, Moderationsmaterial etc. oder einfach Papier und Stifte

Sie erhalten kostenfrei einen Werkzeugkasten mit hilfreichen Materialien zur organisatorischen und inhaltlichen Vorbereitung von Pflegetischen. Der Werkzeugkasten wird im geschützten Bereich der Website bereitgestellt und enthält:

  • Vorschlag eines Einladungsschreibens
  • Beschreibung der passenden Zielgruppen/Teilnehmenden
  • Checkliste für die Vorbereitung und Organisation der Veranstaltung
  • Standardisiertes Veranstaltungskonzept für die Pflegetische: Ablauf- und Regieplan (halbtägig, für bis zu 50 Teilnehmerinnen und Teilnehmer) für die erste Sitzung
  • Checkliste möglicher Themen
  • Protokollvorlage
  • Leitfäden für die Erstellung einer längerfristigen Zielsetzung und Agenda des Pflegetisches sowie für die Organisation und Durchführung von Folgesitzungen
  • Linksammlung als Wissensspeicher für Werkzeuge erfolgreicher Netzwerkarbeit

Es ist denkbar, dass an den Pflegetischen viele – auch viele ähnlich gelagerte – Fragen erörtert werden. Die Antworten werden – für Sie ebenfalls kostenfrei – auf der Projektwebseite zur Verfügung gestellt. Sie müssen sich lediglich auf der Webseite registrieren.

Das Bundesgesundheitsministerium für Gesundheit (BMG) unterstützt die konstituierende Sitzung eines lokalen Pflegetisches u.a. auch durch die Finanzierung einer professionellen Moderation. Da die hierfür zur Verfügung stehenden Mittel begrenzt sind, wird empfohlen, sich möglichst schnell mit IFOK in Verbindung zu setzen. Das BMG legt übrigens großen Wert darauf, dass die Pflegetische nachhaltig sind und auch Folgesitzungen stattfinden, die dann vor Ort selbstorganisiert durchgeführt werden. Der ausdrücklich und schriftlich unterlegte Wille, den Pflegetisch vor Ort eigenständig weiterzuführen, hilft bei der Auswahl der Teilnehmer, da sicherlich sehr viele Interessenten vorhanden sind. Es ist beabsichtigt, alle teilnehmenden Pflegetische nach einem Jahr zu einem Forum nach Berlin einzuladen, bei dem Ergebnisse aus den lokalen Pflegetischen präsentiert werden können.

Haben Sie Interesse, einen Pflegetisch bei Ihnen vor Ort zu initiieren? Dann setzen Sie sich mit der IFOK GmbH, die mit der Durchführung der Pflegetische beauftragt ist, in Verbindung.

Mail: veranstaltung-regionaldialog@ifok.de