Zweite Netzwerkkonferenz der Sozialregion Freiberg

Das Bundesministerium für Gesundheit fördert vom Herbst 2017 bis zum Frühjahr 2018 eine Reihe von lokalen Netzwerkveranstaltungen („Pflegetischen“) als Dialogveranstaltungen. Ziel ist es die regionale Vernetzung im Pflegebereich zu stärken. Auf Initiative von Susanne Finck, Pflegekoordinatorin des Landkreises Mittelsachsen, fand am 7. Dezember 2017 die zweite Netzwerkkonferenz der Sozialregion Freiberg (Pflegetisch) statt. Die Moderation erfolgte durch Cordula Nowotny, IFOK GmbH.

Jörg Höllmüller, 2. Beigeordneter des Landkreises Mittelsachsen begrüßt die Teilnehmenden und betont, wie wichtig es ist, heute schon vorausschauend die richtigen Weichen für die Zukunft zu stellen. Beim Thema Versorgungsstrukturen müsse man in Generationen denken. Die Sozialregion sei durch die integrierte Sozialplanung besonders im Bereich Pflege schon „ein gutes Stück vorangekommen“.

Katrin Pilz, Sachgebietsleiterin Soziales und Chancengleichheit der Stadtverwaltung Freiberg zeigt auf, wo die Stadt schon aktiv ist. Zum Beispiel besteht ein Bündnis für Familienfreundlichkeit, das sich schon seit 2010 dem Thema Versorgungsstrukturen für Senioren widmet. Ihr sei es wichtig, den Pflegeberuf auch für Männer attraktiv zu machen und Frauen bei der Pflege zu entlasten. Die Anliegen der Senioren seien durch vier Stadträte gut im Stadtrat vertreten. Diese stünden auch als Ansprechpartner bereit.

Susanne Finck stellt die Ergebnisse der 1. Netzwerkkonferenz im März 2017 und der Befragung der regionalen Leistungserbringer vor. Als vier Hauptthemen wurden dort genannt: Beratung, Vernetzung, Versorgungsstrukturen und Personalbedarf. Auf dieser Grundlage entsteht unter den Teilnehmenden eine Debatte darüber, was Freiberg braucht, um Betroffenen optimale Informations- und Versorgungsstrukturen zu bieten. Besonders wichtig scheint der niedrigschwellige Zugang zu Informationen zu sein. Um diesen zu verbessern, wollen die Freiberger ein übersichtliches und knappes Informationsblatt entwickeln. Hierzu bildete sich ein kleines Arbeitsgremium, in dem der Landkreis und die Stadtverwaltung vertreten sind. Darüber hinaus werden Möglichkeiten gesucht, die Informationen zu vorhandenen Beratungsstellen in Freiberg auf der Homepage des Pflegenetz Mittelsachsen bereitzustellen.

Ausführlich wird über die Ausgestaltung des Netzwerktreffens gesprochen. Vielfältige Bedarfe und Vorstellungen kommen zur Sprache und der Austausch untereinander wird als besonders wichtig benannt. Die Netzwerkkonferenz möchte auch politisch Einfluss nehmen und als starke Interessenvertretung für gute Pflege auftreten. Konkrete Schritte für die Arbeit im nächsten Jahr werden vereinbart. Das Thema Hospiz- und Palliativversorgung wird dabei u. a. in den Fokus genommen. Die Fortführung von regionalen Pflegestammtischen in Zusammenarbeit mit dem Kreiskrankenhaus wird derzeit geprüft.