Konstituierende Sitzung des Pflegetisches Wolfratshausen am 27.11.2017

Das Bundesministerium für Gesundheit fördert vom Herbst 2017 bis zum Frühjahr 2018 eine Reihe von lokalen Netzwerkveranstaltungen („Pflegetischen“) als Dialogveranstaltungen zur Stärkung der regionalen Vernetzung im Pflegebereich.

Roswitha Beyer, Stadträtin und Seniorenreferentin für Wolfratshausen, nahm diese Möglichkeit auf und lud für den 27. November 2017 zu einem Treffen als konstituierende Sitzung für einen Pflegetisch in Wolfratshausen ein.

Knapp 20 Akteure aus dem Umfeld der Pflege wie ambulante Pflege- und Betreuungsdienste, stationäre Einrichtungen, Stadtverwaltung und auch eine Vertreterin des Landkreises nahmen an dem von Dr. Margit Aufterbeck-Martin und Miriam Sontheim (IFOK GmbH) moderierten Treffen teil.

Zunächst begrüßte der 2. Bürgermeister der Stadt Wolfratshausen, Fritz Schnaller, die Anwesenden. Er bedankte sich bei Stadträtin Roswitha Beyer für die Initiative, einen Pflegetisch in Wolfratshausen ins Leben zu rufen und bei den Teilnehmerinnen und Teilnehmern für ihre Bereitschaft, dafür zusammenzukommen und Zeit zu investieren. Auch im Namen von Bürgermeister Klaus Heilinglechner wünschte er dem Pflegetisch gutes Gelingen – für eine bestmögliche Pflegesituation in Wolfratshausen.

Stadträtin und Seniorenreferentin Roswitha Beyer eröffnete anschließend die konstituierende Sitzung des Pflegetischs. Wolfratshausen ist mit zahlreichen Institutionen in der Pflege bereits relativ gut aufgestellt. Dennoch zeigt sich im Gespräch mit Einzelnen immer wieder, dass es im konkreten Pflegefall große Unsicherheit unter den Betroffenen und Angehörigen über Angebote, Ansprechpartner, etc. gibt. Eine gute Zusammenstellung und Bündelung der Angebote sowie die Zusammenarbeit und kontinuierliche Vernetzung der verschiedenen Institutionen sind daher wichtige Zielstellungen für den Pflegetisch.

Nach einer kurzen Kennenlernrunde bewerteten die Teilnehmenden die aktuelle Situation vor Ort bezüglich der Zusammenarbeit und Vernetzung der Akteure bereits als sehr gut. Mit Blick auf die Pflegeversorgung sahen sie die größten Defizite zum einen beim Informationsstand der Betroffenen und Angehörigen sowohl bezüglich der Angebote und Anlaufstellen im Notfall als auch bezüglich ihrer Rechte und Unterstützungsmöglichkeiten im Alltag. Zum anderen stellt die Kurzzeitpflege immer wieder eine Herausforderung für die Versorgung dar. Die Eröffnung einer Akutgeriatrie im Wolfratshauser Krankenhaus hat hier zwar für etwas Entspannung gesorgt, dennoch gibt es immer wieder Fälle, in denen kein Kurzzeitpflegeplatz in der Region angeboten werden kann und die Betroffenen beispielsweise nach Niederbayern ausweichen müssen.

Die Notfallversorgung – zum Beispiel im regelmäßig auftretenden Fall einer Entlassung aus dem Krankenhaus zum Wochenende und sofortigem Pflegebedarf zuhause – war allen ein großes Anliegen. So wurde sofort vor Ort zwischen allen Beteiligten die Einrichtung einer zentralen Notfallnummer vereinbart. Diese wird von der Stadt Wolfratshausen eingerichtet und bekannt gemacht und an den Wochenenden und feiertags ähnlich dem Apothekennotdienst reihum an die Pflegeanbieter weitergeleitet. Ende Januar 2018 soll der Notdienst seine Arbeit aufnehmen können.

Als zweites konkretes Handlungsfeld für den Pflegetisch wurde das Informationsdefizit bestimmt. Hierfür wird Renten- und Sozialberaterin Sibylle Gruber von der Stadt Wolfratshausen als ersten Schritt eine Wissenssammlung mit sämtlichen Ansprechpartnern rund um die Pflege erstellen, für die ihr alle Teilnehmenden des Pflegetischs ihre Kontakte zukommen lassen.

Im Frühjahr 2018 lädt Roswitha Beyer zum nächsten Pflegetisch ein und versucht, die aus Sicht der Gruppe noch nötigen weiteren Akteure für eine Teilnahme zu gewinnen.

Insgesamt bewerteten die Teilnehmenden diese erste gemeinsame Sitzung als sehr positiv hinsichtlich der Zielausrichtung und des Austauschs „an einem Tisch“.