Konstituierende Sitzung des Pflegetisches Samtgemeinde Uelsen im Landkreis Grafschaft-Bentheim

Bundes- und Landesebene gestalten die Rahmenbedingungen, aber die Pflege findet vor Ort statt: in der Kommune, im Landkreis. Im Anschluss an den Regionaldialog „Pflege stärken“ fördert das Bundesministerium für Gesundheit deshalb bis zum Frühjahr 2018 eine Reihe von Pflegetischen zur Stärkung der regionalen Vernetzung im Pflegebereich.

Initiator war der Landkreis Grafschaft Bentheim, der gemeinsam mit dem Senioren- und Pflegestützpunkt Niedersachen für den 27. Februar 2018 zur konstituierenden Sitzung des Pflegetisches in Uelsen einlud. Michael Motzek, Leiter des Fachbereichs Soziales und Gesundheit beim Landkreis Grafschaft Bentheim zeigte sich erfreut über die positive Resonanz auf die Einladung zum Pflegetisch. „Dem Thema Pflege kann man sich nicht oft genug widmen“, so Motzek, daher sei das Angebot des Bundesministeriums für Gesundheit zur Förderung der Netzwerkbildung ein willkommener Anlass für die Initiierung eines Pflegetischs in der Samtgemeinde Uelsen. Ziel sei es, sich im Netzwerk damit zu befassen, was gut oder schlecht läuft und wie man gemeinsam Verbesserungen schaffen und Angebote so gestalten kann, dass diese den Bürgern und Pflegebedürftigen zugutekommen.

46 Akteure aus dem breiten Umfeld der Pflege nahmen an der von Julia Wirth von der IFOK GmbH moderierten Sitzung im Gemeindehaus Uelsen teil. In der Vorstellungsrunde äußerten die Teilnehmenden für ein Pflegetisch-Netzwerk unter anderem den Wunsch, Informationen strukturierter und umfangreicher auszutauschen, Veränderungen anzustoßen, Angebote insgesamt zu erweitern sowie als „Sprachrohr für die Pflege“ zu fungieren, z.B. mit Blick auf die Personalsituation und das Image der Pflege.

Die Diskussion zur Einschätzung der Pflegeversorgung in der Samtgemeinde Uelsen zeigte eine mittelmäßige bis unzureichende Versorgungssituation älterer Menschen auf. Die Teilnehmenden wiesen auf deutliche Lücken bei der Versorgung in der ländlich geprägten Region hin. Diese wurden vor allem benannt in der ambulanten Pflege (insbesondere in Wohnortnähe und bei kurzfristigem Bedarf), bei Kurzzeitpflegeplätzen, im hauswirtschaftlichen Bereich sowie bei der hausärztlichen Versorgung. Zentrales Problem sei der Fachkräftemangel in den Pflegeberufen.

Beim Thema Vernetzung und Zusammenarbeit der unterschiedlichen Akteure benannten die Teilnehmenden einige gut funktionierende Bereiche wie z.B. die Zusammenarbeit der ambulanten Pflege mit der Tagespflege und der stationären Pflege sowie mit weiteren Dienstleistern (Taxi, Hospiz etc.). Verbesserungspotenzial wird u.a. in der Zusammenarbeit mit Kostenträgern und Krankenkassen gesehen.

Für weitere Treffen des Pflegetisches wurden verschiedene zu bearbeitende Themen − und zum Teil auch Ansprechpartner − konkret festgelegt: die nötige Erweiterung von Angeboten, das zu verbessernde Image der Pflege, die Gewinnung von Fachkräften, die engere Zusammenarbeit mit bestehenden Projekten, Aktivitäten und Netzwerken sowie die verstärkte Nutzung vorhandener Online-Angebote. Ziel ist es, dass der Pflegetisch der Samtgemeinde 2-3-mal jährlich tagt. Zum nächsten Termin wird der Landkreis wieder einladen.