Auftakt für den Pflegetisch im Landkreis Kulmbach

Bundes- und Landesebene gestalten die Rahmenbedingungen, aber die Pflege findet vor Ort statt: in der Kommune, im Landkreis. Im Anschluss an den Regionaldialog „Pflege stärken“ fördert das Bundesministerium für Gesundheit deshalb bis zum Frühjahr 2018 eine Reihe von Pflegetischen zur Stärkung der regionalen Vernetzung im Pflegebereich.

Emmi Zeulner, Bundestagsabgeordnete im Wahlkreis Kulmbach-Lichtenfels-Bamberg, initiierte das erste Treffen in Kooperation mit dem Landkreis Kulmbach am 3. März 2018. Silke Eschenbeck und Miriam Sontheim (beide IFOK GmbH) führten im Auftrag des Bundesministeriums für Gesundheit durch die Veranstaltung.

Klaus Peter Söllner, Landrat des Landkreises Kulmbach, begrüßte die Teilnehmenden und betonte den hohen Stellenwert von Gesundheit und Pflege im Landkreis. Mit Blick auf die zahlreich erschienenen Akteure sahen er und Emmi Zeulner eine Bestätigung für die Aktualität des Themas und dafür, dass das Angebot der Vernetzung und des Wissensaustauschs auf sehr großes Interesse stößt. Er bestärkte die Anwesenden in ihrem Vorhaben, einen Pflegetisch zu initiieren. Emmi Zeulner wies in Ihrer Begrüßung darauf hin, dass das Thema Pflege in der Bundesregierung gesetzt sei, der Pflegetisch im Landkreis Kulmbach zukünftig ein Ort auch für den direkten Austausch untereinander, aber auch mit der Politik sein könne. Für die Seniorenbeauftragte der Stadt Kulmbach und stellvertretende Landrätin Christina Flauder ging mit dem Auftakt zu einem landkreisweiten gemeinsamen Pflegetisch „ein Herzenswunsch“ in Erfüllung und Frau Camelia Sancu, Geschäftsstelle Gesundheitsregion plus, gab den Teilnehmenden in ihrer Begrüßung Zahlen und Fakten zum Thema Demografie und Pflegenotstand als Impuls mit in die Diskussion.

Die aktuelle Situation zur Versorgung von Menschen wird aus Sicht der Teilnehmenden im Landkreis Kulmbach insgesamt durch Personal- und Kapazitätsmängel beeinträchtigt. Nachtpflegeangebote sind keine vorhanden, Präventiv- und Beratungsangebote leiden unter dem vorhandenen Zeitdruck, gleichzeitig werden die Nachfragen nach Tagespflegeangeboten und Unterstützungen in der häuslichen Pflege steigen. Demgegenüber sind die für Pflege verantwortlichen Akteure sehr engagiert und zeigen einen hohen Einsatz in ihrem Engagement. Mit Blick auf die aktuelle Situation der Vernetzung und Zusammenarbeit der Akteure besteht mit der Gesundheitsregion PLUS zukünftig eine gute Basis. Trotz Konkurrenzsituation der Träger säßen alle „in einem Boot“ und gemeinsam könne man Gutes bewegen: Beispielsweise würde ein „Freies-Plätze-Portal“ analog zu Hotelplattformen die Übersicht für Pflegebedürftige und deren Angehörige erleichtern, auch zentrale Ansprechpersonen für Pflege in den Gemeinden und eine Pflegenotfallnummer würden spürbare Verbesserungen bewirken.

Zukünftig soll es weitere Netzwerktreffen geben, alle Teilnehmenden sind an dem gemeinsamen Austausch sehr interessiert. Eine Bestandsaufnahme/Übersicht über die aktuelle Pflegeversorgung mit Ansprechpartnern im Landkreis wird in der Zwischenzeit erstellt. Mit dieser Basis und den gesammelten Themen besteht der Wunsch bei vielen Teilnehmenden, gemeinsam konkrete Aktivitäten anzugehen, die Pflege im Landkreis Kulmbach verbessern.