Pflegetisch Kreis Bergstraße am 26.3.2018

Bundes- und Landesebene gestalten die Rahmenbedingungen, aber die Pflege findet vor Ort statt: in der Kommune, im Landkreis. Im Anschluss an den Regionaldialog „Pflege stärken“ fördert das Bundesministerium für Gesundheit (BMG) deshalb bis zum Frühjahr 2018 eine Reihe von Pflegetischen zur Stärkung der regionalen Vernetzung im Pflegebereich.

Über fünfzig Akteure aus dem gesamten Kreisgebiet Bergstraße kamen der Einladung zur ersten Sitzung am 26. März 2018 nach, um gemeinsam den Stand von Versorgung und Vernetzung im Bereich Pflege zu diskutieren. Dieses erste Treffen wurde von Ana Isabel Eichel und Sibylle Steinmetz (beide IFOK GmbH) moderiert.

Christian Engelhardt, Landrat Kreis Bergstraße, freute sich über die BMG-Förderung der konstituierenden Sitzung des Pflegetischs Kreis Bergstraße mit mehreren Kleinstädten und zahlreichen ländlichen Gemeinden. „Das Thema Pflege als deutschlandweites Brennpunktthema benötigt diese Unterstützung vor Ort, nämlich dort, wo die Lücken auftauchen und gelöst werden müssen“, so Engelhardt. Thematisch passe das Vorhaben einen Pflegetisch zu institutionalisieren optimal in den Kreisentwicklungsprozess „Vision Bergstraße“.

Jeannette Bischer, Altenpflegeschule Bergstraße, betonte, dass unter den Teilnehmenden bereits viele aktive Kooperationspartner der Schule seien. Sie lud alle Anwesenden ein, sich gemeinsam und aktiv am Pflegetisch zu beteiligen und hob die Bedeutung einer kontinuierlichen Zusammenarbeit und Vernetzung der Akteure für eine langfristig bessere Versorgungssituation hervor.

Nach einer Vorstellungs- und Kennenlernrunde standen die Diskussion von Bedarfen und die Entwicklung gemeinsamer Lösungsansätze im Vordergrund: Wo brennt es in der Region mit Blick auf die Pflege und Versorgung? Wie gut sind die einzelnen Akteure in der eigenen Stadt/Gemeinde und über die Stadt-/Gemeindegrenzen hinaus vernetzt? Was kann gemeinsam getan werden, um die Situation zu verbessern?

Die mangelhafte Verfügbarkeit von Fachkräften kristallisierte sich als ein Brennpunktthema heraus ebenso wie der Mangel an niedrigschwelliger und anwendungsfreundlicher Information für Betroffene und Akteure.

Als dringlich wurde außerdem die Entwicklung, Planung und Bereitstellung alternativer Wohnformen diskutiert. Bisher sind, nach Einschätzung der Teilnehmenden, die Pflegeakteure in den Städten recht gut, in den ländlichen Gemeinden jedoch weniger vernetzt. Außerdem gibt es im ländlichen Bereich einen deutlich höheren Versorgungsnotstand sowohl an Pflegeplätzen, bei der ambulanten Pflege als auch im Bereich haushaltsnaher Dienstleistungen.

Die Teilnehmenden verständigten sich darauf, den Pflegetisch fortzuführen und auch weitere Akteure (u.a. Krankenhäuser, Ärzte) mit einzubinden. Die zweite Sitzung soll unter Federführung der Altenpflegeschule Bergstraße voraussichtlich im Oktober 2018 stattfinden.