Pflege im Landkreis Fulda – 1. Treffen zur Entwicklung einer gemeinsamen Strategie zur Gewinnung von Pflegekräften

Bundes- und Landesebene gestalten die Rahmenbedingungen, aber die Pflege findet vor Ort statt: in der Kommune, im Landkreis. Im Anschluss an den Regionaldialog „Pflege stärken“ fördert das Bundesministerium für Gesundheit deshalb bis zum Frühjahr 2018 eine Reihe von Pflegetischen zur Stärkung der regionalen Vernetzung im Pflegebereich.

Der Landkreis Fulda lud am 23. Februar 2018 rund vierzig Akteure aus dem Bereich Pflege, Arbeit und Wirtschaft in die Räume des Landratsamts ein, um gemeinsam einen Blick auf die Aussagen des Hessischen Pflegemonitors zu werfen und Überlegungen zur Gewinnung von Pflegekräften für den Landkreis anzustellen. Die Ergebnisse des Pflegemonitors zum Beschäftigungsstand, zum Arbeitsmarkt im Bereich der Pflege sowie zu künftigen Entwicklungen bei der Nachfrage und dem Angebot von Fachkräften machten deutlich, dass bis 2030 im Landkreis rund 600 Arbeitskräfte (Vollzeit) ergänzt und ersetzt werden müssen. Dies entspricht einer Erneuerung von 70 Prozent und zeigt den großen Handlungsbedarf im Landkreis.

Die Erarbeitung von Ideen und Vorschlägen für ein gemeinsames Vorgehen im Landkreis Fulda zur Gewinnung und Sicherung von Pflegefachkräften moderierte Ana Isabel Eichel (IFOK GmbH) im Auftrag des Bundesministeriums für Gesundheit.

Für das Anwerben von Arbeitskräfte aus dem In- und Ausland schlagen die Akteure eine Image-Kampagne des Landkreises vor, mit der die Vorzüge des Landkreises beworben werden (z. B. „Mehr Netto vom Brutto“). Also positives Beispiel für eine Kampagne wurde der Landkreis Main-Kinzig genannt. Die Kampagne könnte mit einer Vision für den Landkreis verbunden werden. An dieser Stelle ist auch die Regionalentwicklung im Landkreis gefragt.

Zu den Themen Attraktivität von Arbeitgebern und Beruf wurden das Überdenken der Arbeitszeitmodelle, Verbesserung der Kinderbetreuung und achtsamerer Umgang mit den Altenpflegeschülern, um diese zu Beginn ihres Berufslebens nicht zu „verheizen“, angeregt. Zur Bewerbung des Altenpflegeberufs sollte eine intensivere Öffentlichkeitsarbeit die positiven Aspekte des Berufs hervorheben.

Gerade für die Integration von Migranten reicht nach Ansicht der Beteiligten ein besseres Image jedoch nicht aus. Hier müssen die Ausbildungseinrichtungen auch stärker bei der Einarbeitung von ausländischen Kräften unterstützt werden, z. B. auch finanziell.

Das Thema Ausbildung stellt derzeit Altenpflegeschulen vor große Herausforderungen, da das neue Curriculum für die generalistische Ausbildung ab 2020 noch nicht bekannt ist. Hier wünschten sich die Akteure dringend die Bereitstellung von Informationen durch das BMG und vom Land. Hier sagte der Erste Kreisbeigeordnete Schmitt eine Vermittlung zwischen Bund, Land und Landkreis zu.

Bis Ende April 2018 möchte das Kreisjobcenter einen Förderantrag im Rahmen des Förderprogramms „Sozialwirtschaft integriert“ stellen. Hier sind alle Teilnehmenden aufgerufen, Maßnahmenvorschläge einzubringen.

Die Rückmeldungen der Teilnehmenden nach der Veranstaltung zeigten ein großes Interesse an einem weiteren Treffen und Austausch in dieser Form.