Der Pflegetisch in Dorsten nimmt die Arbeit auf

Bundes- und Landesebene gestalten die Rahmenbedingungen, aber die Pflege findet vor Ort statt: in der Kommune, im Landkreis. Im Anschluss an den Regionaldialog „Pflege stärken“ fördert das Bundesministerium für Gesundheit deshalb bis zum Frühjahr 2018 eine Reihe von Pflegetischen zur Stärkung der regionalen Vernetzung im Pflegebereich.

Diese Möglichkeit nutzte auch die Stadt Dorsten und lud Pflegeakteure zu einer konstituierenden Sitzung ein. Über 60 Personen nahmen am 27. Februar 2018 an der von Elisabeth Kamrad und Sibylle Steinmetz (IFOK GmbH) moderierten Sitzung teil.

Lars Ehm, Erster Beigeordneter der Stadt Dorsten, begrüßte die Teilnehmenden und sah die zahlreich erschienenen Pflegeakteure als Zeichen für den Wunsch nach mehr Vernetzung vor Ort. In Hinblick auf die demographische Entwicklung „will die Stadt Dorsten etwas anstoßen und so zu einem lebenswerten Altern beitragen.“

Auch Petra Kuschnerenko, Demographiebeauftragte der Stadt Dorsten, begrüßte die Teilnehmenden und stellte die Idee des Pflegetischs vor. Sie verwies ebenfalls auf die Altersstruktur und die damit einhergehenden Herausforderungen, die nur mit Hilfe einer guten Vernetzung angegangen werden können. Sie freute sich über die große Resonanz auf die Einladung zur konstituierenden Sitzung des Pflegetischs.

In der Diskussion der aktuellen Einschätzung der Pflegeversorgung und Vernetzung im Landkreis zeigt sich ein sehr differenziertes Bild: Zwar wird das Gesamt-Angebot in Dorsten als vielfältig wahrgenommen, jedoch wurden vor allem in Hinblick auf den Personalmangel und die Kurzzeitpflege Versorgungslücken deutlich. Die Vernetzung und Zusammenarbeit verorteten die Teilnehmenden überwiegend im mittleren und negativen Bereich. Hier wurde der Wunsch nach mehr Informationen und einer besseren Kommunikation deutlich. Defizite sahen die Teilnehmenden z.B. in der Kooperation zwischen den Anbietern. Jedoch wurde die Situation im Vergleich zu anderen Städten als eher positiv eingeschätzt.

Mit großer Zustimmung wurde die Weiterführung des Pflegetisches beschlossen. Die Teilnehmenden erarbeiteten fünf Themenfelder, die sie künftig in Arbeitsgruppen bearbeiten wollen:

  • Umgang mit dem MDK / bezahlbare Pflege
  • Berufsbild der Pflege/Mitarbeitergewinnung
  • Kooperationen / Beratungsstellen bekannter machen
  • Quartiersentwicklung
  • Intensivpflege

Die Teilnehmenden ordneten sich den Themenbereichen zu und entwickelten hierzu erste Ziele und Ideen. So soll beispielsweise ein Werbefilm entstehen, der das Berufsbild der Pflege vorstellt.

Die Ergebnisse der Arbeitsgruppen sollen beim nächsten Pflegetisch am 6. November 2018 vorgestellt werden.