Konstituierende Sitzung des Pflegetisches Landkreis Mecklenburgische Seenplatte am 8. 12.2017

Bundes- und Landesebene gestalten die Rahmenbedingungen, aber die Pflege findet vor Ort statt: in der Kommune, im Landkreis. Im Anschluss an den Regionaldialog „Pflege stärken“ fördert das Bundesministerium für Gesundheit deshalb bis zum Frühjahr 2018 eine Reihe von Pflegetischen zur Stärkung der regionalen Vernetzung im Pflegebereich.

Der Landkreis Mecklenburgische Seenplatte griff diese Möglichkeit auf und lud für den 8. Dezember 2017 Pflegeverantwortliche des Landkreises zur konstituierenden Sitzung für einen Pflegetisch ein. Fast 60 Akteure aus dem breiten Umfeld der Pflege nahmen an dem von Silke Eschenbeck und Sibylle Steinmetz (IFOK GmbH) moderierten Treffen teil.

Zur Einführung führten Thomas Gron und Kathrin Engel (beide Landkreis Mecklenburgische Seenplatte), aus, dass sie mit der Veranstaltung eine kontinuierliche Vernetzung in der Region anstoßen möchte. Die Versorgung und frühzeitige Information Betroffener gelingt in einer ländlich geprägten Region mit großen Entfernungen zwischen den Gemeinden, wie dem Landkreis Mecklenburgische Seenplatte, nur dann, wenn die beteiligten Akteure einen aktiven Austausch untereinander pflegen. Frau Engel lud dazu ein, mutig zu sein, „damit ein Netzwerk entsteht, das uns allen hilfreich ist“.

Dass „Vernetzung“, „gute Kommunikation untereinander“ und „Wissen übereinander“ durchaus auf einen Bedarf bei den Teilnehmenden trifft, zeigte sich bei der Vorstellungsrunde. Im Rahmen der Diskussion zur Einschätzung der Pflegeversorgung für Betroffene im Landkreis wurde deutlich, dass beispielsweise die Versorgung mit guten Fach- und Nachwuchskräften sowie die Verringerung der Konkurrenzsituation zwischen den Anbietern im Bereich Pflege als wichtige Themen anzugehen seien. Verbesserungsbedarf wurde auch im derzeit unzureichenden Angebot von Pflegeplätzen für Betroffene mit spezifischen Anforderungen, wie z.B. für Alkoholiker, psychisch Erkrankte oder Wachkoma-Patienten, gesehen. Auch das Angebot an bedarfsgerechten Wohnraum wurde als zu niedrig eingeschätzt.

Den Informationsstand von potenziell oder tatsächlich pflegebedürftigen Menschen zu verbessern und sie über ihre Möglichkeiten und Rechte auch schon frühzeitig in Kenntnis zu setzen, wird für die Region nicht zuletzt auf Grund der Größe des Landkreises als Herausforderung gesehen. Andererseits wurden konkrete Lösungsansätze als perspektivisch attraktiv herausgestellt: von einer Datenbank, die transparent über alle Akteure und deren Angebote Auskunft gibt, bis hin zu einer Personal-Pool-Lösung, die Personalengpässe kooperativ auffängt.

Welche Themen im Netzwerk aufgegriffen werden, entscheidet sich in den vier – räumlich enger gefassten – Netzwerken, die zukünftig als Pflegetische etabliert werden sollen. Für alle fanden sich spontan Koordinatoren. Gemeinsam mit dem Landkreis wird im Januar 2018 die Arbeitsstruktur aufgesetzt. In größeren Zeitabschnitten wird der landkreis-weite Austausch fortgeführt.