Netzwerkkonferenz der Sozialregion Südost/Sayda − Auftakt Pflegetisch in Brand-Erbisdorf am 28.11.2017

Zur Stärkung der regionalen Vernetzung im Pflegebereich fördert das Bundesministerium für Gesundheit vom Herbst 2017 bis zum Frühjahr 2018 eine Reihe von lokalen Netzwerkveranstaltungen („Pflegetischen“) als Dialogveranstaltungen. Auf Initiative von Susanne Finck, Pflegekoordinatorin des Landkreises Mittelsachsen, fand am 28. November 2017 die erste Netzwerkkonferenz der Sozialregion Südost/Sayda in Brand-Erbisdorf (Pflegetisch) statt. Die Moderation erfolgte durch Cordula Nowotny, IFOK GmbH.

Als Gastgeber begrüßte Dr. Martin Antonow, Oberbürgermeister der Stadt Brand-Erbisdorf, die Teilnehmenden mit einem „Herzlichen Glückauf“. Er wünsche sich für die Region den Auf- und Ausbau eines Pflegenetzes, „dessen Knoten stark sein sollen und nicht reißen. Die Maschengröße darf nicht zu groß sein, damit das Netz alle Beteiligten und Betroffenen tragen und auffangen kann“.

Vor dem Hintergrund der von der Pflegekoordinatorin vorgestellten regionalen Herausforderungen einerseits − wie der geografischen Größe des Landkreises, der Altersstruktur, Versorgungslage und Pflegestruktur − und mit Blick auf die Prognosen bis zum Jahr 2030 andererseits, ist es in der Sozialregion Südost/Sayda besonders wichtig, sich gut zu vernetzen, damit alle Pflegebedürftigen auch in Zukunft gut versorgt werden können.

Jörg Höllmüller, 2. Beigeordneter des Landkreises Mittelsachsen betonte, „dass die Einrichtung einer Netzwerkstruktur zwar Aufwand bedeutet, sich aber lohnt und allen Beteiligten langfristig weiterhilft“. Nur ein gelingender Austausch zwischen Behörden, Anbietern und der Bevölkerung führe dazu, dass die vor Ort aufgewendeten Gelder zielgerichtet eingesetzt werden könnten.

Die vielfältigen Erwartungen und Wünsche der Teilnehmenden wurden bei der Vorstellungsrunde deutlich: Neben dem Kennenlernen von weiteren Netzwerkpartnern der Region sind dies ein verstetigter Austausch, eine gute Zusammenarbeit sowie das Überwinden von Konkurrenzdenken. Die verbesserte Information der Gesellschaft zum Thema Pflege und greifende Maßnahmen zum Abbau des Fachkräftemangels wurden als zentrale Anliegen genannt.

Die aktuellen Versorgungsangebote in der Sozialregion Südost/Sayda wurde von vielen Teilnehmenden als nicht ausreichend eingeschätzt. In Bezug auf Vernetzung und Zusammenarbeit zeigten sich auch konkrete Verbesserungspotenziale. Die Akteure waren sich einig, dass es einen verstärken Bedarf nach Beratungsstellen sowie nach deren Bekanntheit gebe.

Als wichtige Themen zur weiteren Bearbeitung durch die Netzwerkkonferenz (Pflegetisch) wurde die Verbesserung der Beratung aufgenommen sowie die Einrichtung einer niedrigschwelligen zentralen Anlaufstelle. Eine zentrale Notrufnummer und eine verbesserte Versorgungslage mit höherer Verfügbarkeit von freien Plätzen sind weitere wichtige Themen. Als weitere Akteure der Netzwerkstruktur sollten Pflegekassen, allgemeinbildende Schulen, Fahrdienste sowie ehrenamtlich tätige Menschen eingebunden werden.

Im Rahmen eines verstetigten Netzwerks wurden als Anstöße und erste Schritte zur Umsetzung eine gemeinsamen Info-Veranstaltung (Zielgruppe noch zu klären) zusammen mit den Pflegekassen (koordiniert von Susanne Finck), Prüfung der Möglichkeit zur Einbindung der Hochschule Mittweida zum Thema, wie junge Leute für die Pflege gewonnen werden könnten, und die Vorstellung bereits bestehender Pflege-Angebote in den Kirchgemeinden (Initiative Diakonisches Werk Freiberg) vereinbart. Es wird angestrebt sich langfristig einmal jährlich zu treffen.