Erster Pflegetisch in Löhnberg

Bundes- und Landesebene gestalten die Rahmenbedingungen, aber die Pflege findet vor Ort statt: in der Kommune, im Landkreis. Im Anschluss an den Regionaldialog „Pflege stärken“ fördert das Bundesministerium für Gesundheit deshalb bis zum Frühjahr 2018 eine Reihe von Pflegetischen zur Stärkung der regionalen Vernetzung im Pflegebereich.

In Löhnberg fand am 28. Februar 2018 das erste Treffen des Pflegetischs mit Akteuren aus dem breiten Umfeld der Pflege statt. Ana Isabel Eichel (IFOK GmbH) moderierte im Auftrag des Bundesministeriums für Gesundheit die Veranstaltung.

Bürgermeister Dr. Frank Schmidt und die Initiatorin des Pflegetisches, Eva-Maria Endruweit, begrüßten die rund fünfzehn Teilnehmenden und dankten für deren Kommen. Beide betonten, dass die Gemeinde Löhnberg in vielen Bereichen schon sehr gut aufgestellt sei. Die Ausstattung der 4.500-Einwohner zählende Gemeinde umfasse derzeit drei Hausärzte, zwei Zahnärzte, ein Pflegeheim, eine Demenzstation sowie drei ambulante Pflegedienste in unmittelbarer Umgebung. Das sei mehr als in vielen anderen Gemeinden. Dieses Jahr komme noch eine Tagespflegeeinrichtung und eine Anlage für altersgerechtes Wohnen dazu. Und dennoch gäbe es Herausforderungen, die nur gemeinsam bewältigt werden können, weshalb eine stärkere Vernetzung vor Ort nötig sei.

Die Teilnehmenden sahen eine große Herausforderung vor allem darin, die Bevölkerung noch mehr für das Thema Pflege zu sensibilisieren. Viele Probleme ließen sich leichter lösen, wenn Betroffene und Angehörige schon früher den Kontakt zu Beratungsstellen suchen würden. Deshalb sollen die Arztpraxen ein Handout von der Gemeinde mit allen relevanten Kontaktdaten von Akteuren und Informationen zum Thema Pflege in Löhnberg erhalten, das sie ihren Patienten frühzeitig mitgeben können. Auch die Gemeinde wird nach Möglichkeiten suchen, die Informationen frühzeitig an die Zielgruppen heranzutragen. Besondere Bedeutung messen die Teilnehmenden auch dem Thema Prävention zu. Besonders bei Menschen mit Demenz sei Prävention, zum Beispiel in der Zahnpflege, wichtig, um frühzeitig die Behandlungen einleiten zu können. Zum Thema Mobilität informierte der Bürgermeister, dass Fahrten zum Hausarzt oder zur Krankengymnastik über den Gemeindebus organisiert werden können. Hier regten die Beteiligten an, das Angebot stärker bekannt zu machen. Dass die Kontakte in der Gemeinde über den Pflegebereich hinaus auf informellen Wegen schon recht gut sind, zeigte die engagierte Teilnahme von mehreren Ärztinnen am Pflegetisch. Der strukturierte Austausch soll aber auf allgemeinen Wunsch noch verbessert werden.

Alle Beteiligten beschlossen, gemeinsam weiter zusammenzuarbeiten. Zum nächsten Treffen des Pflegetischs, das noch für dieses Jahr geplant ist, wird die Gemeinde einladen.