Der Pflegetisch „Südliche Schwalm“ fand am 1. März 2018 statt

Bundes- und Landesebene gestalten die Rahmenbedingungen, aber die Pflege findet vor Ort statt: in der Kommune, im Landkreis. Im Anschluss an den Regionaldialog „Pflege stärken“ fördert das Bundesministerium für Gesundheit deshalb bis zum Frühjahr 2018 eine Reihe von Pflegetischen zur Stärkung der regionalen Vernetzung im Pflegebereich.

Diese Möglichkeit nutzten auch die Gemeinden Schrecksbach und Willinghausen (beide Schwalm-Eder-Kreis), die sich für einen gemeinsamen Pflegetisch „Südliche Schwalm“ entschieden. Pflegeakteure aus den beiden Gemeinden waren am 01.03.2018 zu einer konstituierenden Sitzung eingeladen. 23 Akteure nahmen an dem von Ana Isabel Eichel und Rebecca Ruhfaß (IFOK GmbH) im Auftrag des Bundesministeriums für Gesundheit moderierten Treffen teil – darunter Vertreterinnen und Vertreter der Gemeinden, des Schwalm-Eder-Kreises und des Pflegestützpunktes Schwalm-Eder, einer Krankenkasse, aus der ambulanten, stationären und teilstationären Pflege und von lokalen Vereinen und Initiativen im Bereich Pflege sowie eine pflegende Angehörige.

Heinrich Vesper, Bürgermeister der Gemeinde Willingshausen, und Andreas Schultheis, Bürgermeister der Gemeinde Schrecksbach, hatten den Pflegetisch auf Initiative von Beate Hasenpflug, Case Managerin im Netzwerk der Lokalen Allianz für Menschen mit Demenz des Verbundes Dorfgemeinschaft Merzhausen e.V., der einer von bundesweit 500 Projektträgern ist, auf den Weg gebracht.

Aufgrund der Grippewelle entfiel die Begrüßung per Handschlag– umso mehr freuten sich die drei Initiatoren jedoch über das hohe Interesse, das so viele Engagierte zu einer Teilnahme am Pflegetisch bewegt hatte. Der besondere Dank von Herrn Vesper galt Frau Hasenpflug, die immer wieder mit Ideen und Initiativen zu Pflege und Versorgung auf die Gemeinde Willingshausen zukomme.

Neben einem besseren Kennenlernen und der Vernetzung der Akteure aus den beiden Gemeinden standen die Diskussion von Bedarfen und die Entwicklung gemeinsamer Lösungsansätze im Vordergrund: Wo brennt es in den Gemeinden, was Pflege und Versorgung angeht? Wie gut sind die einzelnen Akteure in der eigenen Gemeinde, zwischen den beiden Gemeinden und über die Gemeindegrenzen hinaus vernetzt? Was kann gemeinsam getan werden, um die Situation zu verbessern?

In der Diskussion um die aktuelle Pflegeversorgung in den Gemeinden und die Vernetzung der Akteure überwog die Auffassung, dass an vielen Stellen Verbesserungspotenziale bestehen. In den beiden ländlichen Gemeinden fehlen alternative Wohnformen, Plätze in den stationären Einrichtungen sind rar und auch der deutschlandweite Fachkräftemangel in der Pflege macht sich bemerkbar. Bisher sind die Pflegeakteure in den beiden Gemeinden zum Teil nur wenig vernetzt. Außerdem gibt es in der Kommune Willingshausen weder ein Pflegeheim noch eine Tagespflege, sodass im Bedarfsfall die Bedürftigen ihren Ort verlassen müssen, um Einrichtungen in den Nachbargemeinden in Anspruch zu nehmen.

Schnell trugen die Teilnehmenden Vorschläge zusammen, um die Verbesserung dieser Situation anzugehen: Der Vertreter einer Krankenkasse bot an, bei Bildungs- und Fachkräftemessen auf Wunsch auch Materialien der Pflegedienste und -einrichtungen aus dem Landkreis auszulegen. Außerdem verständigten sich die Anwesenden darauf, wer welche Multiplikatoren in den Orten ansprechen und mit Informationen zu Pflegeberatung versorgen wird, damit diese die Informationen an Betroffene weitertragen können. Auch in Bezug auf die oft schwierig zu organisierende Unterstützung im Haushalt gab es gute Neuigkeiten: die Altenhilfe Treysa e.V. wird schon bald für solche Dienste zugelassen.

Allgemeine Zustimmung gab es dafür, den Pflegetisch fortzuführen. Zu einer zweiten Sitzung, voraussichtlich im September 2018 in Schrecksbach, sollen die Ergebnisse der von den Teilnehmenden geplanten Initiativen vorgestellt werden. Zudem soll der Kreis der Eingeladenen erweitert werden und es noch mehr Raum zum gegenseitigen Kennenlernen – beispielsweise kurze Vorträge der Akteure – geben.